Selbstausschlussprogramme und ihre Wirksamkeit im Online-Glücksspiel
Die Nutzung digitaler Glücksspielangebote in Österreich ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, wobei laut aktuellen Marktanalysen ein wachsender Teil der Spielenden regelmäßig internationale Plattformen besuchen und dabei auf flexible Zahlungsoptionen sowie hohe Spielverfügbarkeit stößt. Parallel zu dieser Entwicklung rücken Selbstausschlussprogramme als zentrales Instrument des Spielerschutzes in den Fokus von Regulierungsbehörden, Anbietern und Suchtforschern, da sie einen direkten Eingriff in das individuelle Spielverhalten ermöglichen.
Regulatorischer Rahmen und institutionelle Einbettung
In Österreich ist der Selbstausschluss rechtlich im Glücksspielgesetz verankert und wird im staatlichen Bereich über das System OASIS umgesetzt, das ursprünglich aus Deutschland stammt und inzwischen als Referenzmodell für zentrale Sperrdateien gilt. Auf europäischer Ebene existieren unterschiedliche Ausprägungen, wobei Länder wie Malta oder Schweden stärker auf plattformübergreifende Selbstkontrollmechanismen setzen. Die European Gaming and Betting Association verweist in ihrem Jahresbericht 2024 darauf, dass bereits rund 2,7 Prozent der aktiven Online-Spielerinnen und Spieler in der EU mindestens einmal einen zeitlich befristeten Selbstausschluss aktiviert haben, was einem Anstieg von etwa 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2022 entspricht.